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WEBSERVER-KONFIGURATION:
Subdomain-Wildcard birgt große Risiken
Die Konfiguration von Webservern/Webaccounts mit sogenannten Wildcards bei Subdomains kann große Probleme verursachen.
Domains können grundsätzlich auch mit Sub-Domains ausgestattet werden, was oftmals für eine saubere Website-Verwaltung verwendet wird. So ist es z.B. dienlich, wenn es für Lieferanten einen extra Webbereich gibt, der z.B. mit der Subdomain einkauf.topic.com anwählbar ist (wobei in diesem Beispielfall einkauf. die Subdomain ist und topic.com die eigentliche Haupt-Domain ist).  

 

 

Damit dese Subdomains vom User leicht und unkompliziert angelegt werden können (oder auch um falsche Subdomain-Urls abzufangen / weiterzuleiten) ist es bei vielen Providern bzw. Server-Hosting-Firmen üblich, die Haupt-Domain mit einer sogenannten Subdomain-"Wildcard"-Funktion (z.B.: *.topic.com) zu konfigurieren, die bewirkt, dass der Server generell alle Subdomain-Anfragen entgegennimmt, also auch die, die nicht explizit als Subdomain definiert sind.  

Diese Wildcard-Funktion bei Subdomains birgt allerdings u.a. zwei große Gefahrenquellen:  

1. Nehmen wir mal an, jemand ist Ihnen nicht ganz wohlgesonnen. Dann kann JEDE/R bei Google z.B. eine (erfundene) Subdomain Ihrer Hauptdomain zur Indizierung anmelden. Das würde bewirken, dass künftig bei Google (und auch anderen Suchmaschinen) unter den Suchtreffern z.B. "Ihre" Subdomain markeXYZ.IhreFirma.de gelistet würde. Da bei gesetzter Wildcard auch bei solchen "falschen" Subdomains auf die Hauptsite umgelenkt wird, sind Sie nun bei Google mit einem "doppelten Content" gelistet.  
Nun merkt entweder Google von selbst – oder durch eine bewusst eingeleitete Spam-Meldung irgendeines Users an Google – den doppelten Inhalt und wirft Sie dementsprechend samt Ihrer Hauptdomain komplett aus dem Index.  

2. Neben diesem Schaden, der Ihnen entsteht, weil Google (oder andere Suchmaschinen) Ihre Hauptdomain nicht mehr listet, laufen Sie zudem in eine große rechtliche Gefahr:  
Wenn in der Subdomain nämlich z.B. ein geschützter Markenname benutzt wird, dann begehen Sie damit eine Markenschutzverletzung und Sie können durch den Markeninhaber auf Unterlassung und Schadenersatz verklagt werden.  
Die Markenschutzverletzung kann eventuell nach dem bisherigen Rechtstrend auch schon deshalb gegeben sein, wenn Ihr Webserver/Webaccount mittels Wildcard z.B. durch die angewählte Subdomain markeXYZ.IhreFirma.de auf Ihre Hauptsite umleitet.  

 
Fazit und Lösungsansätze:  

Error-404 Seiten
Error-404 Seiten
Eine Vielzahl der Webserver bzw. Webaccounts im Internet sind mit der Subdomain-Wildcard konfiguriert. In Ihrem eigenen Interesse (siehe Punkt 1) aber auch wegen der rechtlichen Probleme (siehe Punkt 2) sollten Sie dafür Sorge tragen, dass Ihr Webserver/Webaccount bei Anfragen auf nicht eingerichtete Subdomains keine Weiterleitung macht, sondern einen klaren und offiziellen Error-404-Code ausgibt.  
Noch sind sich die meisten Serverinhaber und Provider des Problemes nicht bewußt; man darf gespannt sein, wohin letztlich die Rechtsentwicklung läuft.  

(Die technisch sauberste Lösung ist sicherlich die Entfernung der Wildcard direkt bei der DNS-Konfiguration. Es scheint allerdings zweifelhaft, ob dies einem Website-Besitzer von der Rechtssprechnung letztlich auferlegt werden kann.)

Veröffentlicht am: 06.11.2006

 
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